Google Maps gab uns eine Fahrtzeit von 3.5 Std. an für 150 km. Ein klares Zeichen, dass es nicht nur geradeaus gehen würde. Chevsuretien war unser Ziel, eine kaum erschlossene Bergregion nördlich von Tiflis, welche an die russische Republik Tschetschenien grenzt – inklusive einem Pass von 2650 m. Um es gleich vorwegzunehmen, wir brauchten 6 Std. bis wir in Shatili, dem Hauptort Chevsuretiens waren und von mir kann man berichten, dass ich mindestens erschöpft war, als wir ankamen.
Es war für mich eine Reise zu den grünen Tieren. Rücken an Rücken standen sie, ich hätte sie gerne gestreichelt, so samtweich sahen sie aus.


ok, einige Tiere waren auch brauner Schattierung…


In Shatili und Muzo, beides sind Täler mit eigener Vegetation, finden sich heute noch Wehrsiedlungen aus dem 10.-12. Jhdt. Die Menschen bauten damals ihre Schiefersteinhäuser im Hang so nah aneinander, dass die Aussenmauern zu einer Wehrmauer wurden. Warum? Um sich vor den Angriffen des Tschetschenenvolkes zu schützen, die öfter auf Raubzüge ausserhalb ihrer Reviere gingen.


Unten eine andere Siedlung, die blauen Plastikplanen gehören zur Sommersiedlung einer Sippe aus Tuschetien. Tuschetien ist die westlich angrenzende georgische Bergregion, die strassenmässig noch herausfordernder ist als Chevsuretien, wie Wacho und ich wissen aber noch nicht selber erlebt haben. Die Sippe ist mit Schafen, Vieh und Kindern gekommen, sie bauen Gemüse an, das sie in Tiflis verkaufen wollen. Mitte Oktober geht’s dann über die Hügel wieder zurück.

Wir haben einen Schafhirten der Sippe im Tal angetroffen, er grüsst Dich herzlich „gamartschoba“. Auf dem Tal-Bild weiter unten sind seine Schafe leider nicht zu sehen, dafür ein Wehrturm. Wenn die Leute früher nicht in Siedlungen wie Shatili lebten, hatte jede Familie ihren Wehrturm, in dem unten Vieh und Gemüselager waren, in der Mitte Wohnraum und der obere Teil diente zur Verteidigung mit Schiessscharten.


Abschliessen möchte ich mit Blumen, die den grünen Tieren zu Hauf auf dem Rücken wachsen


