Bin noch ganz benommen von gestern, vom Wochenende überhaupt. Hänge noch immer in den Bildern von gestern, südwestlich von Tiflis, im kleinen Kaukasus. Wir fuhren Richtung ehemals Katharinenfeld, eine deutsche Siedlung im 19. Jhdt. Auf dem Weg dorthin kommt man zur Gemüsekammer von Tiflis. Das Gebiet wird vorwiegend von AzerbaijanerInnen bearbeitet, diese leben dort schon seit mehreren Generationen. Gestern machten sie Kartoffeln aus, viel wird von Hand gemacht, oft kommen auch Pferd und Wagen zum Einsatz. Die Erde ist fruchtbar und die grosszügigen Häuser der BäuerInnen lassen einen denken, dass es den Leuten hier, rund 30 Minuten von Tiflis entfernt, ganz ordeli geht



Wie schnell man hier in andere Realitäten gerät… die vielen Ausflüge, die wir in letzter Zeit machen, lassen mich dieses Land besser spüren, lassen mich erahnen, was Georgien alles ist. Obwohl ich noch gar nichts weiss. Bin noch ganz am Rand, und trete doch ganz langsam, schattenähnlich, ins Geschehen ein. Ein Geschehen, das mir im Kleinen am grössten erscheint. Die letzten zwei Tage haben wir wiederum einige Kloster kennengelernt; sie sind auf Schritt und Tritt zu sehen, auf den Hügeln und bei den alten Kirchen und Kirchlein, welche zum Teil aus dem 5. oder 6. Jhdt stammen. Jeder dieser Orte hat seinen ganz eigenen Klang, seine eigene Ruhe und seine eigene Würde.
Es berührt mich sehr zu spüren, wo Georgien seine Kraftquellen hat: In der Natur und der Stille, die sich hier im Glauben zu finden scheint. Bei Dmanisi, gut zwei Stunden von Tiflis entfernt, wurden übrigens in den 1980er Jahren unter den Ausgrabungsfeldern mittelalterlicher Ruinen menschliche Überreste gefunden. Diese wurden auf 1,7-1,8 Millionen Jahre zurück datiert und weisen somit auf die bislang ältesten Hominiden Eurasiens hin. Von der Region Dmanisi müssen sich die damaligen Menschen dann langsam nach Europa weiterverbreitet haben.





Überschreite Grenzen – reise nach Georgien
Voll schön geschrieben. Klasse!
Ich konnte mit eintauchen 📖 🌍,
danke!
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Liebe Elli, vielen Dank für Deine Rückmeldung. Das ist ja schon ziemlich lange her, Dein Kommentar hat mich in die Vergangenheit geführt! Kennst Du Georgien?
Herzlich, Brigitte
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