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Wie du sehen kannst, ist es auch bei uns weihnachtlich geworden. Zumindest im Zentrum der Altstadt, hier wiederum die Rustaveli Avenue. Seit ca. drei Wochen leuchtet die Pracht, welche aber sehr schnell bescheiden wird, verlässt man die Vorzeige-Avenue Rustaveli. Schota Rustaveli ist einer der wichtigsten Poeten Georgiens und des Mittelalters überhaupt. Er lebte im 12./13. Jahrhundert, sein bekanntestes Werk „Der Recke im Tigerfell“ wurde vielfach übersetzt und gehört zum UNESCO Weltdokumentenerbe. An der Rustaveli Avenue sind die meisten Museen und Theater versammelt, ein Multiplexkino, schicke Boutiquen, Cafés und Restaurants und auch das elegante Marriot Hotel, in welchem ich vorgestern gediegen gespiesen habe.

Zu meinem Besuch der katholischen Kirche am 25.12.:
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Von aussen sah sie ganz schön aus. Ich ging hinein und war überrascht. Nur zwei Bankreihen gleich beim Eingang, dann längliche tiefe Tische mit ebenso tiefen Sitzgelegenheiten rechts und links des breiten Korridors. Vorne vielleicht zwanzig Bankreihen. Ich war pünktlich, es gab weniger BesucherInnen als erwartet. Die Messe wurde auf Englisch gehalten. Eine kleine mobile Orgel, ein kleiner Chor. Unangenehm fand ich die blinkende Dekoration des Weihnachtsbaums. Kirche oder Jahrmarkt? Auch der geschweifte Weihnachtsstern meldete sich aufgeregt. Vermutlich sind hier Menschen verschiedenster Nationen am Kirchengeschehen beteiligt und sie kommen und gehen. Dadurch lässt sich vielleicht auch die sonstige Inneneinrichtung verstehen. Es war ein unerfreuliches Beieinander verschiedenster Elemente. Der gute Geschmack als gemeinsamer Nenner wurde leider nicht berücksichtigt. Nun denn, ich hab’s überstanden.
Beim Rausgehen war ich nochmals überrascht, die Kirche hatte sich gefüllt. Viele Menschen aus Afrika und Pakistan/Indien sassen an den tiefen Tischen, die mir anfangs aufgefallen waren.
Eine seltsame Weihnacht war das. Ich trug viele unbewusste Erwartungen in diese Tage. Ich hatte keine Vorstellung davon was es heisst, Weihnachten zu feiern in einem Umfeld, das selbst (noch) nicht feiert. Das kommt hier erst am 6./7. Januar. Ich habe mir überlegt, dass ich zukünftig wohl kein Extrazüglein mehr fahren würde. Wäre ich Anfang Januar da, würde ich Weihnachten mit den GeorgierInnen feiern. Die georgisch-orthodoxen Kirchen gefallen mir sehr gut. Sie haben viel Würde und mein Bedürfnis nach religiöser Besinnlichkeit wird dort erfüllt.

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Dies ein schöner Kakibaum. In der Schweiz gibt’s Kakis nur importiert, hier sind sie einheimisch. Die aus Asien stammende Frucht wird im Winter geerntet. Der Baum verliert seine Blätter im Herbst und trägt die Früchte ruhig aus. Schnee kann ihnen nichts anhaben. Zuckersüss sind sie.
Auch Mandarinen und Orangen haben hier in Tiflis keine weite Reise hinter sich: sie kommen von Westgeorgien, der Schwarzmeerküste.

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