Zum Abschluss unserer Reise genossen wir das warme Wasser vom Schwarzen Meer. Ich schwamm noch in keinem Meer, das so warm war. Von Mestia, nah der russischen Grenze in den hoechsten Bergen, ist man in 2,5 Std. in Zugdidi, der Hauptstadt Mingreliens (Samegrelo). Und von dort sind es nur noch 20 Min. bis zum Meer. Wir uebernachteten im Kuestenort Anaklia, nah der abchasischen Grenze, der seit ein paar Jahren touristisch gepusht wird. Wobei wir dort nur ein paar teure Hotels fanden und einen duerftigen Strand. Am Folgetag fanden wir dann aber weiter suedlich einen inoffiziellen Strand, der uns gut gefiel. Der bekannteste und groesste Badeort an der georgischen Kueste ist Batumi, suedlich gegen die Grenze zur Tuerkei, ca. 1,5 Fahrtstunden von wo wir waren. Ich besuchte Batumi bereits letztes Jahr.
Die Mingrelen sind ebenfalls ein Volk mit eigener Sprache, die muendlich weitergegeben wird. Sie sind ueberzeugte GeorgierInnen und haben ihre eigene Geschichte in der Entwicklung Georgiens seit der Unabhaengigkeit. Im 1993 versuchte der erste Praesident des neuen Georgiens, Zviad Gamsachurdia, der im `92 bereits wieder abgesetzt wurde, mit Hilfe der Mingrelen (er selbst war Mingrele) und Tschetschenen die Macht erneut an sich zu nehmen. Er errichtete in Zugdidi ein Parallelparlament und seine Kaempfer nahmen grosse Teile Westgeorgiens ein. Der Aufstand wurde dann aber von georgischen Truppen mit Hilfe Russlands gestoppt. Es brauchte rund 15 Jahre, bis diese Kraftprobe allseitig verdaut war und die Mingrelen vom dritten Praesidenten, Mikheil Saakashvili (2007-2012), wieder in die Politik geholt wurden.
Auf der Fahrt durch Mingrelien sind uns am Wegrand viele Schwein(chen), Gaense, Kuehe, Pferde und sogar Flusskuehe begegnet. Viele groessere und kleinere Haselnussplantagen bieten den Mingrelen ein Teil-Einkommen, es war gerade Erntezeit. Auch Tee waechst hier in grosser Menge.

